05.11.24 Trekking und Bestattungsritual

05.11.24 Ranteria – oder in der Nähe

Acht Uhr war Yoannis da. Ich brauchte noch eine Viertelstunde für das Spiegelei – dann ging es los mit dem Moped. Wahrscheinlich war das vereinbarte Budget gering. Wir fuhren erst mit dem Moped nach Rantepao und dann sichte Yoannis ein öffentliches Transportmittel. Wir wurden schließlich mit einem Minibus mitgenommen, in dem sich bereits zwei Touristen anschwiegen. Wir stiegen ein Dorf früher aus und sahen uns noch eine Begräbnisstätte an. Es war keine weite Wanderung bis zur Bestattungszeremonie. Die Bilder sollten für sich sprechen. Es war sehr beeindruckend. Tanzende, summende Männer, stilvoll gekleidete Gäste, charismatische alte Männer in der Ehrenloge. Viele Schweine und Büffel und ein eigens aufgebautes Festgelände mit Tribünen für die vielen Gäste. Über allem thronte der Sarg mit dem Toten. Um die fünfzig Touristen liefen herum, die Hälfte davon war eine Reisegruppe – vielleicht aus Israel, der Rest gemischten Alters aus aller Welt. Auch das junge Paar aus Holland aus meinem Hotel.

Eine Art Schamane tanzte voraus, es folgten Trommeln und dann die Gäste. Die Schweine lagen gebunden am Boden und wurden dann mit Bambusstangen davongetragen. Einige Büffel wurden liebevoll gestreichelt und beruhigt. Geschlachtet wurden nur aber nur noch zwei Schweine. Von zwei geschlachteten Büffeln lag noch Fleisch herum und die Schädel.

Es gab einen Redner für den rituellen Teil und einen, der die Geschenke verlas und wer was von dem Geschlachteten erhalten soll. Manche Frauen waren sehr geschminkt und sahen sogar attraktiv aus. Alte Damen hatten die kunstvoll geflochtenen asiatischen Hüte auf.

Mein Guide wollte dort noch essen. Es gab dann für uns Reis mit Schweinefleisch ‚ mit den Händen zu essen. Danach wanderten wir durch die Reisterrassen bergab. Wundervolle grüne Landschaften, oft auf den schmalen Wällen entlangbalancierend.

Der Nachmittagsregen blieb heute aus. Gegen 17:30 suchte Yoannis nach einer Unterkünft. Zwei süße kleine Mädels versuchten mit mir zu kommunizieren – aber ihr Englisch war schlecht und meinem Indonesisch fehlten einfache Fragen wie „wie alt bist Du?“.

Vorher waren wir  schon in einem kleinen Dorf mit traditionellen Häusern, wo mein Guide um abgekochtes Wasser bat. Unterdessen waren ein paar kleine Mädels von meinem doch wohl recht stattlichen Bauch begeistert. Sie hatten Spaß daran mit mir zu schäkern und meinen Bauch zu berühren. Der ganze Tag war wieder voller freundlicher und aufgeschlossener Begegnungen. Indonesien ist ein tolles Reiseziel.

Zum Schlafen fand er schließlich ein Haus, das unten gemauert und oben traditionell ist. Wir wurden freundlich bekocht (Reis mit Schweinefleisch und Wasserspinat) und danach saß ich mit vier Männern bei mehreren Litern Palmwein unter einem der Reisspeicher. Der Hausherr, sein Neffe, der Palmweinhersteller und Yoannis. Die Kommunikation war elementar bzw. wurde manches von Yoannis hin und herübersetzt. Ich fühlte mich dennoch wohl. Außer mir rauchten alle und der Palmwein ist nur gering alkoholhaltig – weniger als Bier.

Den Rest zeigen hoffentlich die Bilder.

Hier am anderen Ende des traditionellen Obergeschosses steht so etwas wie ein Pflegebett – ich versuche mir nicht vorzustellen, dass hier wochenlang ein Toter herumlag. Beim Sitzen unterm Reisspeicher hörten wir eine Mopedkolonne hupend bergan fahren und ein Blaulicht: wieder ein Toter, der nach Hause gebracht wurde.

Das also war Toraja – dafür kam ich hauptsächlich nach Sulawesi. Morgen wird noch zurückgewandert und dann geht es übermorgen in mehr als zwölf Stunden zum Lake Poso zu den Koboldmakis, den süßen kleinen Viechern mit den großen Augen – und großen Megalithen und interessanter Natur.

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