19.11.24 Luk Panenteng

Ich habe recht gut geschlafen hier. War nachts mal wach und konnte meine Handys umstecken zum Laden. Gegen vier fingen die Hähne im ganzen Dorf an zu krähen, hunderte. Auch einige Mücken umsummten mich – es gibt kein Moskitonetz. Aber ich konnte noch einmal einschlafen. Gegen 6:30 Uhr war ich dann wach. Zähneputzen, Frühstück: Kaffee, türkisch ohne Milch – wie eigentlich immer hier. Das passt. Zum Frühstück liegen unter einer Plastikschale einige Leckereien. Die erste sieht lecker und appetitlich aus: frittiert – ich erwarte Pfannkuchengeschmack. Und tatsächlich: es schmeckt süß und lecker nach Pfannkuchen (Ubi Banggai???). Die Überraschung drinnen: ein Gemenge aus Fisch und etwas Gemüsigem. Ich wollte es ja aufessen und nicht unhöflich sein. Aber nein: das Teil schmeckte – ich nahm mir noch eines. Superlecker allerdings waren die Hefeklösschen mit einer Mischung aus klebrig süßem, dunkelbraunem Kokospamps. Die schmecken nach mehr.

Acht Uhr kommt mein Guide und bringt mich zum See. Noch etwas Zeit für einen Dorfspaziergang  bei Tageslicht…

Der Tag war ein krönender Abschluss des Urlaubs. Der Poisu Pok ist tatsächlich der blaueste See, den ich je sah. Eingebettet in Dschungel mit einem schön gestalteten Weg dorthin, beginnend an der Dorfstraße. Um den See waren liebevoll einige Gazebos arrangiert, hübsche Boote lagen zur Miete bereit wie große LKW-Schläuche und SUPs. Auf einem Holzsteg konnte man den Beginn des Sees gut erkunden. Ich lieh mir für zwei Euro eines der Boote aus und paddelte über den See. Der See wirkt unbelebt – das Blau spiegelt nicht den Himmel – es muss ein gelöstes Mineral sein. Sonst: glasklar bis auf den Grund. Nicht zu viel versprochen: der See ist eine Reise wert. Anfangs war ich allein. Dennoch hat reichen da auch zwei Stunden. Ich war kurz baden, nachdem ich am Anleger gegenüber festgemacht hatte. Eine zweite Runde paddeln, zig Fotos. Gegen 11 Uhr war ichauf dem Weg zum Mittagessen im Homestay. Richtig gemacht: gegegen 11:45 Uhr setzte ein tropischer Regenguss ein. Ich hatte mir ein Bier gekauft, dass ich zu Fisch, Reis und Tempe genießen konnte. Einen Kaffee zum Abschluss – dann folgte ein komatös tiefer Mittagsschlaf. Gegen 14:30 fuhr mich mein Fahrer zum Strand, ließ mich dort aber allein meins machen. Außer mir waren da nur drei, vier Einheimische, die zur Belegschaft gehörten. Ein wunderbar weißer Strand mit Korallenbruch am Ufer. Zwei Stege ins Meer, zwei Schaukeln zwiscjen den Palmen und ein paar blühende Bäume. Drei Meter vom Ufer entfernt strömte das Meer heftig mit einem Meter je Sekunde nach Westen. Außer einem Fussbad wollte ich nicht mehr riskieren. Außerdem hatte ich keine Sandalen gegen Steinfische mit. Siebzehn Uhr ließ ich mich zurückfahren. Ich wurde kurz vorm Dorf abgesetzt. Mein Guide fragte, ob ich dort nicht stoppen möchte. Und was für ein Traum!!! Eine magische Lagune tief zwischen Grün gebettet, ein märchenhaft goldenes Boot mit Vogelkopf, Felsen im blauen Wasser und ein nettes Mädel beim Baden und Waschen in T-Shirt und Hose. Der Ort war noch faszinierender als der berühmte blaue Poisu Pok. Vielleicht, weil er so überraschend wunderschön war, die Zeit die richtige war. Es kam dann langsam das halbe Dorf: mit Kanistern, um an der heftig strömenden Quelle Wasser zu schöpfen – Trinkwasser. Etliche badeten oder schwammen, einige sprangen vom Felsen ins Wasser. Fast alle grüßten mich und versuchten ein paar Worte mit mir zu wechseln. Auch am Hafen dann: glücklich badende Kinder im sauberen Wasser. Ein bisschen Lost Paradise. Und ich fürchte, das werden die Fotos nicht annähernd wiedergeben können.

Kurz vorm Homestay galt es noch ein Bier zu kaufen. Die Männer haben die Betonsäulen für den Gartenzaun fertig in die am Morgen aufgebaute  Schalung gebracht und aßen alle die süßen fischgefüllten Teilchen, tranken Kaffee dazu.

Inzwischen ist noch ein chinesischer Gast aufgetaucht. Keine Ahnung, ob wir in Kontakt kommen.

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